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Schüler*innen der Q2 fahren im Januar 2026 nach Auschwitz

  • Sophie-Scholl-Gesamtschule
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Erfahrungsbericht von Mariella Strack


Schriftzug über dem Eingang in Stammlager 1 „Arbeit macht frei“


Die Gefühle, die ich beim Betreten mancher Räume in Auschwitz hatte, habe ich noch nicht ganz verarbeitet und ich denke sie werden mich noch lange in meinem Leben begleiten. Beim wiederholten Anschauen meiner Bilder bin ich den Tränen wieder nah.


Unsere Führung führte uns anfangs durch das Stammlager Auschwitz 1, dort folgten wir unserem Guide in ein paar Häuserblöcke. In einem Block gab es eine Ausstellung von Bildern, die Juden und andere Häftlinge auf ihrem Weg zur Selektion zeigten bis zur Räumung der zurückgelassenen persönlichen Gegenstände auf dem Bahnsteig.

Mütter mit ihren Kindern an den Händen. Die Häftlinge wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie wenig Zeit sie noch zu leben hatten, wussten nichts von ihrem Schicksal, der Vergasung. Man sagte ihnen, sie würden duschen und desinfiziert, um Krankheiten aus dem Lager fernzuhalten.


Unser Guide führte uns auch in Block 10. Dort wurden medizinische Experimente an den Häftlingen durchgeführt. Ein Arzt versuchte jüdische Frauen zu sterilisieren, was mit grausamen Toden und Verstümmelungen einherging.



In einem Block sind die persönlichen Gegenstände der in Auschwitz ermordeten Menschen zu sehen. Berge von Schuhen, Koffern, Brillen und Gebetsschals. Auch Kinderkleidung ist in diesem Block ausgestellt.

Den Häftlingen wurden die Haare abgeschnitten, auch diese sind dort tonnenweise aufgetürmt.

Im Stammlager Auschwitz steht nur noch die kleinste der Gaskammern, 700 Menschen wurden hier auf einmal vergast und danach im Krematorium verbrannt. Wir waren in dieser Gaskammer und man kann die Öffnung in der Decke sehen, durch die die SS-Soldaten das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B in die Gaskammern streuten, wodurch giftige Gase freigesetzt wurden, die dafür sorgten, dass die Häftlinge langsam erstickten. Die restlichen Gaskammern wurden von den Nationalsozialisten zerstört, um ihre Verbrechen zu vertuschen.

Die Häftlinge in Auschwitz mussten im Sommer 11 Stunden pro Tag arbeiten und im Winter 8. Konnten sie dies nicht mehr tun, weil sie zu alt waren oder zu krank, wurden sie vergast. Nach der Führung durch Auschwitz 1 fuhren wir wenige Minuten nach Auschwitz-Birkenau. Dieses das Lager ist 8-mal so groß wie das Stammlager und zählt Hunderte teils erhaltener Holz- und Steinbaracken, in denen die Häftlinge untergebracht wurden.

Betten hatten sie keine, übereinander geschichtete Holzplanken mussten sie zum Schlafen nutzen. Auf jeder Planke vier bis sechs Häftlinge. Hygienische Einrichtungen gab es nicht und Krankheiten verbreiteten sich unglaublich schnell. Viele Häftlinge starben schon aufgrund der Bedingungen in den Baracken.

All diese Eindrücke schaffen noch lange kein Bild von dem großen Leid, das den Menschen in Auschwitz widerfahren ist. Wenn man einmal dort war, lassen sich diese Gefühle, die man fühlt, nur sehr schwer einordnen. Man kann sich nur im Ansatz vorstellen, wie es den Häftlingen ergangen sein muss. Wenn man die Chance hat, diesen Ort zu besichtigen, sollte man dies auf jeden Fall tun. Jeder sollte einmal dort gewesen sein, um wenigstens eine Idee davon zu bekommen, was passiert ist und um zu lernen, so etwas Schreckliches nie wieder zu tolerieren.

Eingangstor für die Häftlinge, die mit dem Zug transportiert wurden; Schienen nach Auschwitz-Birkenau. Über 1,1 Millionen Menschen wurden in Auschwitz systematisch von den Nationalsozialisten umgebracht.



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